XXII. Olympischen Winterspiele - Das passende Buch zu Sotschi

Sotschi liegt in Russland, etwa 30 km von der georgischen Grenze entfernt. Hier finden zwischen dem 7. und 23. Februar 2014 die XXII. Olympischen Winterspiele 2014 statt. Sotschi hat etwa 330.000 Einwohner. Sotschi setzte sich gegen Pyeongchang in Südkorea und gegenüber Salzburg als Austragungsort durch.

Jenseits des sportlichen Wettbewerbs ist die Veranstaltung bereits im Vorfeld von politischer Brisanz, da die Russische Föderation Gesetze verabschiedet hat, die von verschiedenen Ländern als diskriminierend und homophob erachtet werden. Ende Oktober 2013 gab Präsident Putin eine  “Wohlfühl-Garantie” (DER SPIEGEL) für Homosexuelle ab, die allerdings von einigen Sportlern bereits zurückgewiesen wurde.

Daneben ist das Großprojekt wegen der enormen Baukosten in die Kritik geraten. Die bisherigen Kosten werden auf über 35 Milliarden Euro geschätzt.

Am 5. Oktober 2013 berichtete die Tagesschau über die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle des Olympiaparks. Das Hauptproblem bestehe in ausbleibenden Lohnzahlungen. Viele der Arbeiter auf der Baustelle sind Gastarbeiter – unter anderem solche aus Georgien und anderen Teilen des Kaukasus – die mit guten Löhnen ins Land geholt werden. Angeblich fordern Arbeitgeber die Arbeitserlaubnisse der Beschäftigten ein und behalten diese ein. So wird sichergestellt, dass die Arbeitnehmer zurückkommen und weiterarbeiten, auch wenn der Lohn nicht gezahlt wird.

Sotschi ist die erste Winterolympiade, die in einem subtropischen Klima unter Palmen abgehalten wird. Bekanntgegeben wurde auch das Kuriosum, dass aus Vorsorge gegen Schneemangel 350.000 Kubikmeter Schnee und 400 Schneekanonen gelagert werden. Dafür fallen angeblich Kosten von über 10 Millionen Dollar an.

Georgische Sportler nehmen – entgegen zunächst erfolgter Boykottankündigungen Georgiens nach der Niederlage im Südossetien-Krieg 2008 – an den Olympischen Spielen in Sotschi teil. Premierminister Garibashvili kündigte jedoch Anfang Dezember 2013 an, eine georgische Regierungsdelegation werde nicht zu den Olympischen Spielen entsandt.

Bundespräsident Joachim Gauck wird ebenso wie die gesamte französische Regierung nicht zu den Olympischen Spielen nach Sotschi reisen. Diese Absage ist im In- und Ausland sowohl auf Lob als auch Kritik gestoßen. EU-Vize-Präsidentin und Justizkommissarin Viviane Reding teilte ebenfalls mit, sie werde die Olympischen Spiele nicht besuchen. Während Bundespräsident Gauck seine Entscheidung nicht begründete, nannte EU-Vize-Präsidentin Reding den Umgang der russischen Regierung mit Minderheiten als Grund für ihre Absage.

Nachdem Präsident Putin im Sommer noch politische Demonstrationen und Kundgebungen in Sotschi per Dekret verboten hatte, soll das russische Komitee für die Organisation der Spiele dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nun die Einrichtung einer Sonderzone, in der Meinungsbekundungen möglich sein sollen, zugesichert haben. Diese Möglichkeit besteht indes weiterhin nicht für die an den Olympischen Winterspielen teilnehmenden Sportler. Die praktische Ausgestaltung und Ausübung des Demonstrationsrechts ist bislang ebenfalls unklar, insbesondere weil Sotschi wegen seiner Nähe zum unruhigen Nordkaukasus aus Sicherheitsgründen praktisch abgeriegelt sein wird.

US-Präsident Obama wird ebenfalls nicht zu den Olympischen Spielen nach Sotschi anreisen. Zur US-amerikanischen Sotschi-Delegation gehören auch weder die First Lady noch der Vize-Präsident. Die USA setzen ein Zeichen, indem sie auch kein einziges Kabinettsmitglied nach Sotschi entsenden, sondern sich offiziell durch die sich öffenltich als homosexuell bekennende Tennis-Legende Billie Jean King bei der Eröffnungsfeier vertreten lassen. Zur Abschlussfeier wird ebenfalls eine bekannte und offen homosexuelle Sportlerin anreisen, die Eishockeyspielerin Caitlin Cahow. Diese Vorgehensweise der USA wird insbesondere von amerikanischen Menschrechte- und Lobbygruppen begrüßt.  

Insbesondere die USA bezweifeln, dass Russland, dem Sicherheitsfragen als Gastgeberland offiziell alleinig obliegen, ausreichende Sicherheitsmaßnahmen gegen zu befürchtende Terroranschläge getroffen hat. Die russische Regierung stellt mehr als 50.000 Sicherheitskräfte sowie ein Budget in Höhe von 3 Milliarden Dollar zur Verfügung, lehnen eine Hinzuziehung US-amerikanischer Sicherheitsexperten jedoch ab. Nachdem ein Drohvideo auf einer tschetschenischen Extremisten-Website auftauchte, sehen die USA gesteigerten Handlungsbedarf. Das US-Militär wird nach CNN-Angaben Kriegsschiffe und Transportflugzeuge im Schwarzen Meer bereit halten, um US-Amerikaner bei Bedarf evakuieren zu können. Das State Department hat eine entsprechende Reisewarnung wegen der bestehenden Terrorismusgefahr heraus gegeben.